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Wie alles begann...
Der vorliegenden Artikel basiert auf unserem Archivmaterial und wurde der Festschrift zum 100-jährigen Vereinsjubiläum entnommen. Er stellt nur einen Ausschnitt aus unserer bewegten Vereinsgeschichte dar und endet im Jahr 1986.
Bis zum nächsten kleinen Jubiläum sind es noch ein paar Jährchen und vielleicht findet sich noch ein Chronist, der unsere Geschichte fortschreibt.
Die Turngemeinde Dietzenbach wurde am 5. Dezember 1886 von 24 jungen Männern im Gasthaus zum Löwen gegründet. Vorsitzender des zunächst provisorisch gewählten Vorstandes wurde Michael Ebert.
Nach Genehmigung der Statuten durch die Versammlung wurden die ersten Turngeräte angeschafft und der Kauf eines Turn-platzes in Erwägung gezogen.
Im Frühjahr 1887 war es dann soweit, ein Grundstück in den Kirchgärten wurde erworben und im selben Jahr eingeweiht. Man trat dem Turnerbund Jahn bei und durch den unermüdlichen Einsatz des Turnwarts Heinrich Fenchel 3. kamen 5 der auszubildenden Turner beim ersten Verbandsfest 1887 zu Meisterehren.
Bis zum Jahr 1891 schritt die Ausbildung der Turner soweit fort, dass im gleichen Jahr in Urberach bereits 12 Turner Siege erringen konnten, darunter auch den 2. Platz. Im Jahr 1892 wurde der Turnplatz in den Kirchgärten verkauft und ein größeres Gelände in der Hügelstraße erworben. Auf diesem Platz hielt die Turngemeinde am 7.8.1892 das 7. Verbandsfest des Turnerbundes "JAHN" ab.
Durch Erhebung eines Extrabeitrages konnte im Jahr 1898 eine Vereinsfahne angeschafft werden, deren Einweihung am 20.6.1899 erfolgte. lm Jahr 1904 schlossen sich die beiden Turnervereinigungen JAHN und STARKENBURG in den Turnerbund GAU-JAHN-STARKENBURG zusammen. In den folgenden Jahren waren die Turner der Turngemeinde erfolgreiche und gern gesehene, faire Mitstreiter bei zahlreichen Turnfesten. Infolge der Bebauung des seitherigen Turnplatzes sah sich der Verein vor der Entscheidung, einen neuen Turnplatz zu kaufen. Die Perschbacher Liegenschaft auf dem Wingertsberg sollte das neue und "endgültige Zuhause" des Vereins werden.
Am 20. und 21. Juni 1913 fand die Einweihung statt, verbunden mit einem volkstümlichen Wetturnen. Sämtliche Ehren- und Erste Preise blieben im Besitz der Turngemeinde. Bereits unter Vorahnungen auf kriegerische Ereignisse wurde von 1913 bis 1914 die erste Turnhalle gebaut, deren Einweihung am 18. Mai 1914 erfolgte. 13 der besten Turner fielen den Kriegswirren zum Opfer. Nach Schluss des Krieges musste der Verein neu organisiert werden.
Dank der Mithilfe aller Mitglieder konnte schon im Jahr 1919 ein Turnfest mit der Beteiligung von 346 Turnern abgehalten werden. Im Jahr 1924 errangen die Turner des Vereins insgesamt 72 Siege.
1926 erfolgte die Gründung der Handballabteilung.
Am 11. September 1929 trat der Verein dem Deutschen Turnerbund bei. Ein erneuter Rückschlag traf den Verein, als am 18. August 1934 die Turnhalle abbrannte, die jedoch im Jahr 1935 wieder aufgebaut war.
Durch die Kriegseinwirkungen des 2. Weltkrieges wurde diese Halle bereits 9 Jahre später, am 18. August 1944, erneut zerstört. Im Kriegsjahr 1943 spielte die 1. Handballmannschaft um die Deutsche Meisterschaft gegen Schweinfurth. Auch Fußball wurde auf dem Wingertsberg gespielt. 10 Jahre lang von 1935 bis 1945.
Wegen der Nachkriegsfolgen ruhte dann die Vereinstätigkeit. 1950 wurde mit einer Kirchweih die neu erbaute Turnhalle auf dem Wingertsberg eingeweiht. Sie ist, nach einigen baulichen Ergänzungen und Modernisierungen noch heute das sportliche und gesellschaftliche "HEIM" der Sportler und Mitglieder des Vereins.
Die Aktivitäten der Turner fanden bald im Turngau Offenbach-Hanau ihre Anerkennung. Das erste Wingertsbergturnfest wurde geplant und fand im Jahr 1957 statt. Die ausrichtende Turnabteilung wurde für reibungslose Organisation und immer wieder attraktiv gestaltete Turnfeste vom Turngau gewürdigt.
Bis heute ist das Wingertsberg- Turnfest das einzige seiner Art im Turngau Offenbach-Hanau. An dem Einsatz und der Häufigkeit der Besuche von Turnfesten hat sich für die Turner vom Wingertsberg nichts geändert.
Die Aktivitäten der Turner fanden bald im Turngau Offenbach-Hanau ihre Anerkennung. Das erste Wingertsbergturnfest wurde geplant und fand im Jahr 1957 statt. Die ausrichtende Turnabteilung wurde für reibungslose Organisation und immer wieder attraktiv gestaltete Turnfeste vom Turngau gewürdigt. Bis heute ist das Wingertsberg- Turnfest das einzige seiner Art im Turngau Offenbach-Hanau. An dem Einsatz und der Häufigkeit der Besuche von Turnfesten hat sich für die Turner vom Wingertsberg nichts geändert.
1983 und 1984 nahmen die Turner mit 2 Mannschaften an den Wettkämpfen der Hessischen Schüler- und Mannschaftsmeisterschaften teil und errangen gute Plätze im Mittelfeld. Auch der Besuch der Senioren-Turnfeste war immer wieder ein Erfolg. Günter KEIM, für die Turner des Wingertsbergs inzwischen zur lebenden Legende geworden, ist nicht nur Übungsleiter, Betreuer und Freund der Sportler, sondern auch als aktiver seiner Altersklasse ein Vorbild. Beim Deutschen Senioren-Turnfest in Hameln wurde er Deutscher Meister im Gymnastischen Vierkampf. In Ulrich Hofmann hat die Turngemeinde einen weiteren Sieger-Typen in ihren Reihen. Er wurde 1985 Gaufestsieger bei den Schülern.
Das 29. Wingertsberg-Turnfest findet im Jubiläumsjahr statt. Es wird wieder ein Erfolg werden, denn die Tradition dieses 1957 ins Leben gerufenen Turnfestes soll fortgeführt werden. Im Sinne seiner Gründer und frei nach Turnvater JAHN. Abteilungsleiter seit Jahren ist Bernd Schmenkel.
Tradition in der Turngemeinde bedeutet aber nicht nur Turnen, sondern in mehr und mehr steigender Tendenz, auch HANDBALL. Als 1926 der Entschluss reifte, auf dem Wingertsberg Handball zu spielen, waren es 18 Männer, die diesen Plan in die Tat umsetzten. Die Erkenntnis, dass ohne eine nachrückende Jugend ein Verein nicht auskommen kann führte dazu, dass bereits 1935 sechs Mannschaften mit 48 Aktiven und 45 Jugendlichen, Handball auf dem Wingertsberg spielten. Spieler, Trainer und Spielausschussvorsitzender in einer Person war hierbei der unvergessene Philipp Fenn. 1942 übernahm Fritz König die Abteilungsleitung. Selbst in den Kriegsjahren, als die meisten TGD-Spieler zum Militärdienst eingezogen waren und 20 Handballer auf den Schlachtfeldern fielen, fand er immer wieder Möglichkeiten, Handball zu spielen. Man qualifizierte sich für das Finale zur Deutschen Meisterschaft, unterlag aber dem Militärsportverein Schweinfurt mit 16:17 Toren.
In jener Zeit gründete man auch unter der Leitung von Wilhelm Ebert eine Damenmannschaft, die in kürzester Zeit bis in die Bezirksklasse vordrang.
Nach ruhender Vereinstätigkeit bis zum Jahre 1949 nahm die TGD ihre Tätigkeit wieder auf, forcierte die Jugendarbeit, stellte eine 2. Herrenmannschaft auf und wurde 1952 Pokalmeister des Kreises Offenbach. Weitere Abteilungsleiter waren Jakob Keim, Ludwig Altmannsberger und Jakob Göckel.
Willi Wurm übernahm die Abteilungsleitung der Handballer, Richard Berz wurde Spielausschussvorsitzender und Richard Becker ging in den Vorstand.
Mit Ewald Grimm kam 1970 ein Trainer, der den Erfolg für die nächsten Jahre gepachtet hatte, der Titel um Titel holte ob auf dem Großfeld oder in der Halle.
HERREN I. MANNSCHAFT:
1972 Großfeld Meister der Gruppe und Kreismeister
1972/73 Halle Meister der Gruppe und Kreismeister
1973 Großfeld Meister der Gruppe und Kreismeister
1973/74 Halle Meister der Gruppe
1975 Großfeld Vizemeister der Gruppe
1977 Großfeld Meister der Bezirksklasse
Aufstieg in die Verbandsliga (Hessenliga).
HERREN II. MANNSCHAFT:
1962 Großfeld Meister der Gruppe und Kreismeister
1963 Großfeld Vizemeister der Gruppe
1974 Großfeld Vizemeister der Gruppe
1975 Großfeld Meister der Gruppe
1975 Großfeld Meister der Gruppe 1976/77 Halle Meister der Gruppe
Aufstieg in die A-Klasse.
Die Turngemeinde war wieder wer.
Eine ganze Runde ohne Punktverlust, so stieg man 1973 in die Frankfurter Bezirksklasse auf. Grundlage zu dieser Entwicklung war eine vorbildliche Jugendarbeit. Diese Jugendarbeit darf man einem Mann zuschreiben. Ernst GAUBATZ, liebevoll Tschik genannt, ob seiner äußeren Ähnlichkeiten mit dem bekannteren Tschik aus der Fußball-Bundesliga. Unermüdlich rackernd, Freizeit und persönliche Dinge hintenanstellend, mit einem Herz und Gespür für die Jugend, so kannte man ihn, den Tschik. Und so soll er in Erinnerung bleiben, denn er ist und bleibt ein Teil Wingertsberg-Geschichte.
Bis 1971 internationale Jugend-Kleinfeld-Turniere mit Mannschaften aus Schweden, Deutschland und der Schweiz.
1972 wurde wieder eine Damenmannschaft gegründet. Man errang bereits 1975 den ersten Meistertitel und fügte unter Trainer Werner Engel im Frühjahr 1976 einen weiteren Titel hinzu. Die weiteren Trainer und Betreuer waren: Walter Werkmann und Wolfgang Knecht. Manfred Dolle bis 1980, Werner Engel bis 1983 bis zur Oberliga, Reiner Wagner, derzeitiger Trainer, mit dem Ziel, die Damen im Jahr 1987 in die Oberliga zurückzuführen. Winnie Damm, heute Bundesligaspieler in Großwallstadt, war ebenfalls Trainer der Damen-Mannschaft auf dem Wingertsberg.
Auch bei den Herren konnten immer wieder namhafte Trainer engagiert werden. Günter Rebel, bundesligaerfahrener Kreisläufer der SG Dietzenbach, hat von 1977-1981 die spielerische Linie gefestigt und die erforderliche Cleverness gelehrt.
Ewald Krimms beispiellose Erfolgsserie wurde schon erwähnt und mit Klaus Rettig hat die 1. Herrenmannschaft heute einen Trainer, der ebenfalls mit allen HANDBALL -Wassern gewaschen ist. Jahrelanger Bundesliga-Spieler der SG Dietzenbach und ein echter Freund, der die Sprache der Spieler spricht. Unter seiner Regie haben die Herren der 1. Mannschaft im Jubiläumsjahr durchaus einen guten Mittelplatz in der Bezirks-Klasse erreicht, aber jeder weiß, dass die Möglichkeiten zum Aufstieg in der nächsten Saison gegeben sind.
Abteilungsleiter bei den Handballern ist Heinz-Rudi Keim. Seine sachliche Art und sein Wissen um die Wichtigkeit freundschaftlicher Kontakte zu den übrigen Abteilungen der Turngemeinde hat ihn zum wichtigen Mitarbeiter im Vorstand und auch im Festausschuss zu der 100-Jahrfeier der Turngemeinde gemacht.
In der Entwicklung, hin zum modernen Großverein, ist die Turngemeinde nie stehengeblieben. Als jüngste Sparte hat sich im Jahre 1978 die Tennisabteilung gegründet. Was vor Jahren noch als Sport privilegierten Schichten abgetan wurde, hat sich in der Zwischenzeit zum Volkssport entwickelt. Dies hat der Verein frühzeitig erkannt. Das Vereinsgelände wurde umgestaltet und so befinden sich auf dem Wingertsberg heute 4 Tennisplätze, die ständig Neuerungen und Vervollständigen erfahren. In der Kürze des Bestehens haben sich einzelne Mannschaften aller Altersklassen gebildet. Mit den Trainern Walter Werkmann und Rolf Ruß konnten ebenfalls gute Fachleute gewonnen werden, die die Entwicklung des Tennissports auf dem Wingertsberg wesentlich beeinflussen.
Die Turngemeinde hat während ihres 100-jährigen Bestehens kontinuierlich an sich und ihrem Umfeld gearbeitet. Vereinstreue steht für die inzwischen 750 Mitglieder an erster Stelle. Es spricht für den Verein, dass in diesen 100 Jahren nur 10 Erste Vorsitzende tätig waren.
Seit 18 Jahren, mit fast 3jähriger Unterbrechung steht Adam Ebert an der Spitze dieses Vereins. Seine derzeitigen Mitstreiter im Vorstand sind: Bernd Ebert (2. Vorsitzender), Rudi Keim (2. stellv. Vorsitzender), Willi Wurm (Rechner), Renate Zloch (1. Schriftführerin), Renate Fenn (2. Schriftführerin), Horst Meyer (Kassierer).
Der Verein beging sein Jubiläum in der Zeit vom 30.5. bis 2.6. 1986. 100 Jahre Turngemeinde heißt auch 100 Jahre Gemeinsamkeit und immer wieder neue Erkenntnisse.
Die Entwicklung ist fortgeschritten, im Sinne dieser 24 jungen Männer, der Gründer der Turngemeinde.
Wo wird diese Entwicklung hinführen? Verein und Vorstand sind gewappnet. Wie lange noch wird man einen Verein in dieser Größenordnung und mit den immer steigenden Erwartungen noch ehrenamtlich führen können? Fragen über Fragen, die eine neue Generation wird beantworten müssen.
Im Bewusstsein des Erreichten jedoch soll das Vereinsleben und die Freude am Sport erhalten und ausgebaut werden. Tradition ist nicht nur verpflichtend, sie ist auch zukunftsweisend. Auf ihr aufzubauen, neue Erkenntnisse mit einzubeziehen und darüber nicht den Sinn und Zweck eines Sportvereins zu vergessen, wird die Aufgabe für die nächsten Jahre sein.
Heute, im Jahr 1986, dem Jubiläumsjahr der Turngemeinde Dietzenbach, kann der Verein stolz auf seine Vergangenheit sein. Mit dem Zutun aller und im Bewusstsein seiner Verantwortung, kann er auch stolz sein und guten Mutes für die Zukunft.
Verfasst wurde dieser historische Überblick von Rolf Sauer.






